Apps und Spiele

Die Mindestalter stammen aus den Nutzungsbedingungen der Anbieter. Eine wirksame Altersprüfung gibt es nicht; ein falsches Geburtsdatum genügt.

  • WhatsApp

    ab 13Messenger (Nachrichten-App)

    Meist die erste App überhaupt. Klassenchats organisieren Hausaufgaben und Verabredungen, sind aber auch der häufigste Ort für Ausgrenzung und weitergeleitete Bilder. In der EU wurde das Mindestalter 2018 von 13 auf 16 angehoben und 2024 wieder auf 13 gesenkt.

    Einstellungen: Wer darf zu Gruppen hinzufügen, wer sieht Profilbild und Online-Status. Für die Klasse: Klassenchat-Regeln.

  • YouTube

    endloses Scrollen möglichab 16, darunter verwaltetVideo

    Für viele Kinder das meistgenutzte Angebot, oft zum Lernen. 83 % der Jugendlichen schauen regelmäßig Onlinevideos. Autoplay (automatisches Abspielen) und der Endlos-Feed (Beitragsstrom ohne Ende) „Shorts“ (Kurzvideos bei YouTube) führen vom Ausgangsthema weg.

    Einstellungen: Von Eltern verwaltetes Konto, Autoplay abschalten, Verlauf gemeinsam ansehen. Gilt sinngemäß für Twitch und andere Streamingdienste.

  • TikTok

    endloses Scrollen möglichab 13Kurzvideo

    Unterhaltung, Musikquelle und Suchmaschine zugleich; die Startseite „Für dich“ ist ein Endlos-Feed. Die EU-Kommission prüft die Gestaltung als suchtfördernd. KI-erzeugte Videos sind verbreitet, seit März 2025 ist die App über TikTok Shop in Deutschland auch Verkaufsfläche. Livestreams (Live-Übertragungen) erst ab 18.

    Einstellungen: Begleitmodus („Family Pairing“) per QR-Code. Im Gespräch eher nach Inhalten als nach Dauer fragen.

  • Instagram

    endloses Scrollen möglichab 13Bilder, Reels (Kurzvideos bei Instagram), Nachrichten

    Für Jugendliche eher Adressbuch als Fotoalbum. Ständige Vergleichbarkeit, Filter und bearbeitete Bilder; die Reels sind ein Endlos-Feed. Meta AI (KI-Assistent des Meta-Konzerns) ist über die Suche erreichbar.

    Einstellungen: Teen-Konten für unter 16-Jährige, Status prüfen.

  • Snapchat

    endloses Scrollen möglichab 13Bilder, die verschwinden

    Inhalte löschen sich nach dem Ansehen, ein Bildschirmfoto genügt aber, um sie zu sichern. Streaks (Zähler für tägliche Kontakte) erzeugen täglichen Druck, die Snap Map (Standortkarte bei Snapchat) zeigt den Standort, „My AI“ steht an erster Stelle der Freundesliste. Der Bereich „Spotlight“ (Kurzvideos bei Snapchat) ist ein Endlos-Feed.

    Einstellungen: Family Center (Elternfunktion von Snapchat), Standortfreigabe abschalten.

  • ChatGPT, Gemini, Copilot

    ab 13KI-Assistenten

    Die wichtigsten Werkzeuge für Hausaufgaben. Antworten klingen sicher, auch wenn sie falsch sind. ChatGPT zeigt seit Ende August 2026 Werbung in der Gratisversion. KI-Chatbots

    Einstellungen: Datennutzung fürs Training abschalten, Verlauf als Gesprächsanlass nutzen.

  • Character.AI, Replika

    offene Chats erst ab 18KI-Begleiter

    Rollenspiele mit Figuren, die immer Zeit haben. Character.AI hat offene Chats für unter 18-Jährige Ende 2025 eingestellt, Replika ist laut Nutzungsbedingungen erst ab 18. Ein falsches Geburtsdatum genügt aber auch hier. Assistent oder Begleiter

    Einstellungen: Keine eigene Elternkontrolle; über Bildschirmzeit oder Family Link (Elternfunktion von Google) sperrbar.

  • Roblox, Minecraft, Fortnite, Discord

    USK nach Spiel, Chats ab 13Spiele mit offenem Chat

    71 % der 12- bis 19-Jährigen spielen täglich oder mehrmals pro Woche. Spiel- und Server-Chats sind bei jüngeren Kindern der häufigste Weg fremder Kontaktaufnahme; Spielwährungen verschleiern Preise.

    Einstellungen: Direktnachrichten nur von Freunden, In-Game-Käufe genehmigungspflichtig. Die USK-Kennzeichnung bewertet den Spielinhalt, nicht die Chatfunktion.

Spielen ist mehr als Zeitvertreib

Spiele wie Minecraft oder Roblox fördern Kreativität und Freundschaften, anders als ein Endlos-Feed. Was Studien dazu zeigen, steht im Kapitel Verbindung und Kreativität.

Kritisch sind vor allem zwei Punkte: der offene Chat, in dem auch Erwachsene schreiben, und das Geld. Lootboxen (kostenpflichtige Überraschungspakete in Spielen), also kostenpflichtige Überraschungspakete, sind in Belgien verboten, in Deutschland erlaubt. Kostenfallen und Werbung

Wer verstehen will, was das eigene Kind dort tut, lässt es sich zeigen. SCHAU HIN! empfiehlt, sich Spiele und Apps vom Kind vorführen zu lassen und gelegentlich mitzuspielen.

Quellen: JIM-Studie 2025, SCHAU HIN!, Verbraucherzentrale zu Lootboxen, TikTok Shop, Character.AI 2025, KIM-Studie 2024, Nutzungsbedingungen der Anbieter. Hinweis: Diese Seite nennt die Namen der Apps, verzichtet aber auf Original-Logos, da diese neben dem Markenrecht (§ 23 MarkenG) oft urheberrechtlich geschützt sind.