Hilfe im Ernstfall

In den ersten Minuten kommt es vor allem darauf an, dass Ihr Kind weiter erzählt. Ruhe ist dabei wichtiger als Vollständigkeit.

Nummern

Elterntelefon, für Erziehende, auch bei Unsicherheit

0800 111 0 550

Telefonseelsorge, rund um die Uhr, für jede Lage

0800 111 0 111

Nummer gegen Kummer, für Ihr Kind selbst

116 111

Polizei-Notruf bei akuter Gefahr

110

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch

0800 22 55 530

Weisser Ring, Opfertelefon

116 006

Kostenlos und anonym. Diese Nummern erscheinen nicht auf der Telefonrechnung, und Beratung verpflichtet zu nichts. Sie dürfen auch anrufen, wenn nichts Konkretes passiert ist.

Die ersten Minuten

  1. Ruhig bleiben und zuhören. Die erste Reaktion entscheidet, ob das Kind den Rest erzählt. Meist überwiegt Scham, nicht Angst.
  2. Entlasten. „Das ist nicht deine Schuld, und du bist damit nicht allein.“ Die Medienanstalt Hessen rät, dem Kind zu versichern, dass es keine Schuld trägt, zuzuhören und Verständnis zu zeigen.
  3. Nichts löschen. Bildschirmfotos vom Verlauf machen, mit sichtbarem Nutzernamen, Datum und Uhrzeit, bei Websites mit sichtbarer Adresse. Ausnahme: intime Aufnahmen Minderjähriger nicht selbst abfotografieren, das kann rechtlich problematisch sein; die Polizei erklärt, wie gesichert wird.
  4. Kontakt abbrechen, nicht diskutieren. Den Chat beenden und melden. Bei Erpressung oder Cybergrooming (gezielte Anbahnung sexueller Kontakte zu Kindern im Netz) den Account (Benutzerkonto) erst nach Rücksprache mit der Polizei blockieren. Kein Geld überweisen: Die Polizei rät davon ab, weil Zahlungen meist weitere Forderungen nach sich ziehen.

Was genau ist passiert?

Ein Bild ist im Umlauf, oder jemand erpresst mein Kind
  • Beweise sichern, zuerst. Nach einer Meldung verschwinden Inhalte oft.
  • Melden und blockieren. Plattform informieren, Profil sperren.
  • Strafanzeige. Bei Aufnahmen Minderjähriger unbedingt, es sind Offizialdelikte. In Krefeld: Kriminalprävention und Opferschutz, 02151 6344902, oder online über die Internetwache der Polizei NRW.
  • Löschung betreiben. jugendschutz.net als Meldestelle; „Take It Down“ (Dienst zum Sperren von Nacktbildern Minderjähriger) des NCMEC (US-Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder) sperrt Aufnahmen Minderjähriger plattformübergreifend, ohne dass das Bild hochgeladen werden muss.
  • Schule einbeziehen, wenn Mitschüler beteiligt sind, nicht als Anklage. Ansprechpersonen an Krefelder Schulen

Mehr zu Erpressung und Deepfakes

Ein Anruf mit der Stimme meines Kindes
  • Nicht zahlen, auflegen. Kein Geld, keine Gutscheincodes, keine Bargeldkuriere.
  • Echtes Kind kontaktieren. Unter der bekannten Nummer zurückrufen, Codewort abfragen.
  • Die ganze Familie einweihen. Codewort und Vorgehen gehören auch zu den Großeltern, denn sie werden am häufigsten angerufen. Codewort-Karte
  • Anzeige erstatten. Polizei über 110 oder die Onlinewache; Nummer und Ablauf notieren.
Mein Kind wird gemobbt
  • Beweise sichern statt löschen: Bildschirmfotos mit Datum und Nutzernamen.
  • Glaubhaft zusichern, dass das Gerät nicht weggenommen wird.
  • Schule und Schulsozialarbeit einbeziehen. Für Jugendliche: juuuport.de, Beratung von Jugendlichen für Jugendliche.

Mehr zu Cybermobbing

Es ging um Geld: Käufe, Abos, Forderungen
  • Nichts nachzahlen. Bei Erpressung führt eine Zahlung fast immer zu weiteren Forderungen.
  • Belege sichern: Kontoauszug, Kaufhistorie im Store, Datum und Uhrzeit.
  • Widersprechen. Vorgehen und Musterbrief
  • Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter einrichten, kostenlos.
Mein Kind zieht sich zurück, oder es geht ihm schlecht
  • Aufmerksam bleiben. Rückzug, Stimmungsschwankungen oder Geheimniskrämerei können Hinweise auf belastende Online-Erfahrungen sein.
  • Ruhiges Gespräch: „Ich habe das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Können wir reden?“
  • Professionelle Hilfe: Kinderarzt, Schulpsychologie, Erziehungsberatung (kostenlos), online über bke-beratung.de.
  • Bei Anzeichen einer akuten Krise nicht abwarten: Telefonseelsorge 0800 111 0 111, im Notfall 110.

Warnzeichen

Einzelne Anzeichen sind in der Pubertät normal. Auffällig ist nicht das einzelne Verhalten, sondern wenn mehrere zusammenkommen und über Wochen bleiben. Diese Liste ist kein Diagnosewerkzeug.

Problematische Bindung an eine KI

  • Spricht von der KI als „Freund“ oder „Beziehung“
  • Gereiztheit oder Panik, wenn die App nicht verfügbar ist
  • Rückzug aus echten Freundschaften und Hobbys
  • Stundenlange, oft heimliche Nutzung, besonders nachts
  • Schuldgefühle, die KI zu „vernachlässigen“

Mobbing, Bilder, Erpressung

  • Plötzliche Angst vor Schule oder Smartphone
  • Heimlichkeit, Panik bei Nachrichten
  • Geldforderungen, leeres Taschengeld, fehlende Gutscheine
  • Andeutungen über „peinliche Bilder“ oder jemanden, den Sie nicht kennen
  • Neue Apps, die niemand aus der Klasse nutzt

Psychische Belastung

  • Anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit
  • Schlaf- oder Appetitveränderungen
  • Äußerungen von Hoffnungslosigkeit oder Wertlosigkeit, auch beiläufig
  • Rückzug in digitale Welten bei gleichzeitigem Rückzug aus der realen

Die ehrliche Einschränkung: Am Gespräch selbst merkt man es meistens gar nicht. Wer nicht mitliest, sieht nur die Veränderungen daneben, und Mitlesen kostet genau das Vertrauen, auf das im Ernstfall alles ankommt. Beratung anzunehmen ist kein Eingeständnis, dass etwas schiefgelaufen ist; das Elterntelefon berät ausdrücklich auch bei Unsicherheit.

Quellen: Medienanstalt Hessen, Medienwissen für Eltern 03/2026, klicksafe 2025, polizei-beratung.de, jugendschutz.net, Nummer gegen Kummer e. V.

In Krefeld

  • Psychologischer Dienst, Team Familienberatung

    Stadt Krefeld

    Familien-, Erziehungs- und Jugendberatung für Eltern, Kinder und junge Menschen bis 27 Jahre, auch in Krisen. Freiwillig, vertraulich und kostenfrei. Offene Sprechstunde ohne Anmeldung: Montag 9 bis 11 Uhr und Donnerstag 13 bis 15 Uhr.

    Behnisch Haus, Petersstraße 122, 1. Etage, 47798 Krefeld

    Telefon 02151 3632670 (Mo bis Fr 8:30 bis 13 Uhr, Mo bis Do 14 bis 17 Uhr)

    [email protected]

    Quelle: krefeld.de, Stand: 21.10.2026

  • Polizei Krefeld, Kriminalprävention und Opferschutz

    Polizeipräsidium Krefeld, Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz

    Ansprechpartner bei Erpressung mit Bildern, Cybergrooming, Betrug und für Opferschutz. Von der Stadt in den Handlungsfeldern Sucht, Gewalt, Medien und Ideologie genannt. Im Notfall immer 110.

    Hansastraße 25, 47799 Krefeld

    Telefon 02151 6344902

    [email protected]

    Quelle: krefeld.de, Stand: 21.10.2026

  • Fachstelle Prävention und Intervention bei sexueller Gewalt

    Stadt Krefeld, Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung

    Beratung, wenn Kinder oder Jugendliche von sexualisierter Gewalt betroffen sind, auch im digitalen Raum.

    Von-der-Leyen-Platz 1, 47798 Krefeld

    Telefon 02151 86462616

    [email protected]

    Quelle: krefeld.de, Stand: 21.10.2026

  • Team Kindeswohl und Notfalldienst

    Stadt Krefeld, Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung

    Beratung und Hilfe für Kinder und Jugendliche in akuten Krisen- und Notsituationen. Außerhalb der Dienstzeit und am Wochenende über die Polizei, Telefon 110.

    Telefon 02151 864545 (Mo bis Do 8:30 bis 16 Uhr, Fr 8:30 bis 12:30 Uhr)

    Quelle: krefeld.de, Stand: 21.10.2026

Stand: 21.10.2026. Telefonnummern und Zeiten ändern sich gelegentlich; bitte prüfen Sie die Angaben vor einem Besuch auf der jeweils verlinkten Seite.

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