Bildschirmzeit und Alter

Richtwerte helfen bei der Orientierung. Ob die Nutzung ein Problem ist, zeigt aber weniger die Uhr als die Frage, was dafür verdrängt wird.

Richtwerte

AlterOrientierung
unter 3 Jahrenmöglichst keine Bildschirmzeit, allenfalls sehr dosiert und nicht täglich
3 bis 6 Jahrebis zu 30 Minuten täglich
6 bis 9 Jahrebis zu einer Stunde täglich
ab 10 JahrenWochenbudget statt Tageslimit: eine Stunde pro Lebensjahr und Woche

Ein zehnjähriges Kind hätte demnach zehn Stunden pro Woche. Das Wochenmodell hat einen pädagogischen Vorteil: Das Kind lernt, sich selbst einzuteilen. Schulische Nutzung zählt nicht mit.

Quelle: Initiative SCHAU HIN!

Aussagekräftiger als die Zahl: vier Säulen

Solange Schlaf (ausreichend und ohne Gerät im Zimmer), Bewegung, reale Kontakte und Pflichten wie Schule stabil sind, ist die Nutzungsdauer selten das eigentliche Problem. Kippt eine Säule dauerhaft, ist das ein Signal, gleich ob die Uhr 60 oder 180 Minuten zeigt. Zum Vergleich: die Durchschnittswerte der 10- bis 17-Jährigen in Ein Schultag in Zahlen.

Quelle: SCHAU HIN!

Was in welchem Alter zählt

11 %der 6- bis 7-Jährigen haben ein eigenes Smartphone
33 %der 8- bis 9-Jährigen

Im Grundschulalter läuft vieles noch über Familiengeräte: Videoplattformen, Spiele, erste Nachrichten. Die drei realistischen Risiken: Kontakt über Spiele-Chats, Zufallsfunde über Autoplay (automatisches Abspielen) und erste Ausgrenzungen im Klassenchat.

Sinnvoll: Geräte und Apps altersgerecht einrichten und Jugendschutzeinstellungen nutzen; Spiele-Chats auf „nur Freunde“; kindgerechte Suchmaschinen wie fragFINN oder Blinde Kuh, Material von internet-abc.de; Autoplay abschalten; und vorab die Zusage aussprechen, dass das Kind mit seltsamen Inhalten jederzeit kommen darf.

Quellen: KIM-Studie 2024, Medienanstalt Hessen 03/2026 (Geräte altersgerecht einrichten)

Was Bildschirme für Lernen, Freundschaft und Kreativität leisten können, beschreibt das Kapitel Chancen.